Phlebologie
Venenerkrankungen

Varikose

Krampfadern

Etwa 15% der Bevölke­rung haben eine therapie­be­dürftige Varikose. Diese über­wiegend ver­erbte Binde­ge­webs­schwäche der Venen­wände führt zu einer Schlänge­lung und Erwei­te­rung der ober­fläch­lichen Venen (Varizen) mit Schluss­un­fähig­keit (Insuf­fi­zienz) der Venen­klappen. Begünstigende Faktoren sind Über­gewicht (Adipositas), Schwanger­schaften und stehender Beruf.

Typische

Symptome

Abendliche Unter­schenkel-­/Knöchel­schwel­lungen, schwere, müde Beine, Jucken, Ziehen, Hitze­gefühl, nächt­liche Waden­krämpfe.

Formen der

Varikose

  • Besenreiser und retikuläre Varizen: meist nur kosmetische Bedeu­tung, Behand­lung mittels Flüssig- oder Schaum­sklero­sierung
  • Seitenastvarizen: werden bei der Operation durch kleine Haut­schnitte ent­fernt (Mini­phlebektomie) oder ebenfalls mittels Schaumsklerosierung behandelt.
  • Stammvarikose
    Erweiterung der meist von außen nicht sichtbaren großen (Vena saphena magna) oder kleinen Stammvene (Vena saphena parva). 
    Bei der Operation wird die Stamm­vene ent­weder her­aus­ge­zogen (Strip­ping) oder durch endo­venöse Ver­fahren (Laser, Radio­frequenz­therapie) verschlossen.

Präoperative Markierung (rechts): kleine Stammvene (blau) und Seitenastvarizen (schwarz)

Komplikationen

  • Varizenblutung,
  • Venenentzündung (Thrombophlebitis),
  • Thrombose
  • offenes Bein (Ulcus)

Bild: Ulcus bzw. abgeheiltes Ulcus 10 Wochen nach Operation

Diagnostische

Abklärung

Neben dem Gespräch und der klinischen Unter­suchung erfolgt eine farb­co­dierte Duplex­sono­graphie, die als schmerz­lose Unter­suchung sämt­liche rele­vanten Informa­tionen über die Beschaf­fen­heit der ober­fläch­lichen und tiefen Venen liefert und als Basis für die Behandlung dient.

Therapie

Behandlungen

Die Therapie wird nach Erhebung des indivi­duellen Befundes „maßgeschneidert“.

Neben konservativen Therapie­maß­nahmen (Kompres­sions­therapie, Verhaltens­maß­nahmen, medi­ka­mentöse Therapie und Salben­anwen­dungen) können Verödungs­behand­lungen (Schaum­sklero­therapie) und Venen (Varizen)-Operationen und Kombinationen aus den genannten Behandlungen individuell angepasst werden .

Bei den Varizen-Operationen  kommen folgende Techniken zur Anwendung.

Klassische

Varizenoperation

Über einen Schnitt in der Leiste oder Kniekehle werden die einmündenden Venen unterbunden (Crossektomie), anschließend wird die erweiterte Stammvene (Vena saphena magna =große Stammvene oder Vena saphena parva =kleine Stammvene) möglichst schonend herausgezogen (invaginierenedes Stripping).

Bild: herausgezogene (gestrippte) große Stammvene (rot), blau: Markierung des ursprüngl. Stammvenenverlaufs

Endovenöse

Lasertherapie (EVLT)

Ein minimal invasives Verfahren, bei dem über einen Katheter die knapp 1mm dicke Laser­faser in die insuf­fiziente Stamm­vene einge­führt wird (siehe Abbil­dung), anschließend wird die Vene durch die entstehende Hitze der Laser­energie verschlossen.

Bild: Laser-Radialfaser

Extraluminale

Valvuloplastie

Bei dieser Form der Operation wird die Vene durch eine Kunststoffmanschette eingeengt, sodass die Venenklappen wieder funktionsfähig werden.

Bild: Venenpatch (Kunststoffmanschette)

VORHER
1) Tiefe Vene
2) Stammvene

NACHHER
1) Tiefe Vene
2) Stammvene
3) Kunststoffmanschette

Miniphlebektomie

Miniphlebektomie wird die Ent­fer­nung der Seiten­ast­varizen mithilfe einer Art "Häkelnadel" (Varady-Häkchen) über kleine (3-6mm) Haut­schnitte genannt. Die Mini­phlebek­tomie erfolgt in der Regel in Kombi­nation mit einem der oben genannten Verfahren.

Bild: entfernte Seitenastvarize

Vergleich

Präoperativ - Postoperativ